Bürgermeister Knut Schreiter über die Umsetzung lang ersehnter Bauvorhaben und das Engagement für ein lebenswertes Gelenau:
Gelenau - Trotz Zeitverzugs soll das Gelenauer Volkshaus wie geplant bis zum Herbst umgebaut und energetisch saniert sein. Darüber und andere anspruchsvolle Aufgaben hat Martina Brandenburg mit Bürgermeister Knut Schreiter (parteilos)
gesprochen.

FP: Wird 2019 ein neuer, mit Elektromotor angetriebener Bus durch
Gelenau rollen?
Knut Schreiter: In diesem Jahr wohl nicht mehr. Unser Ziel ist, dass der neue Ortsbus Ende Mitte kommenden Jahres seinen Betrieb aufnimmt. Und es soll, daran halten wir fest, ein Elektrobus werden, der als Pilotprojekt der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH zum Einsatz kommt. Wir werden uns dazu gemeinsam mit Vertretern der RVE den neuen Prototyp einer österreichischen Firma ansehen, der Platz für 30 Fahrgäste und damit mehr als das bisher genutzte Fahrzeug bietet.

Das Volkshaus ist mit einem Umfang von 1,8 Millionen Euro der größte Posten bei den Investitionen 2018 und 2019. Werden Umbau und energetische Sanierung trotz Verzögerung wie angekündigt bis Ende Oktober abgeschlossen?
Ich gehe fest davon aus, dass der Kappenball des Gelenauer Carnevalsclubs am 11.11. im Volkshaus stattfindet. Wir hätten gern zwei Monate eher mit dem Bau begonnen, was jedoch an den vollen Auftragsbüchern der Firmen scheiterte. Mit einer koordinierten Bauablaufsteuerung hoffen wir, die zwei bis drei Monate Rückstand wieder aufzuholen.

FP: Das seit Jahren andauernde Bemühen um Fördermittel für den Ausbau der Einmündung der Neuen Straße in die Straße der Befreiung und der Eisenstraße war 2018 endlich erfolgreich. Wann wird gebaut?
Das rund 600.000 Euro umfassende Projekt Eisenstraße, für das uns ein Zuwendungsbescheid in Höhe von 358.000 Euro vorliegt, wird derzeit ausgeschrieben. Ab Jahresmitte wollen wir die restlichen 1,85 Kilometer des noch fehlenden Rad- und Verkehrsweges vom Fischweg bis zur B 95 auf einer Breite von drei Metern ausbauen. Für die Kreuzung Neue Straße/Straße der Befreiung planen wir mit rund 320.000 Euro. Für die etwa 224.000 Euro umfassende Förderung wurde uns ein vorzeitiger Baubeginn genehmigt, weil wir den Bürgern im Niederdorf einen weiteren Aufschub der Arbeiten zur Verbesserung dieses unübersichtlichen Bereichs nicht länger zumuten wollen. Da unser Haushalt seit dem 10. Januar genehmigt ist, steht dem – abgesehen vom Wetter – auch nichts mehr entgegen.

Mit dem Hortgebäude an der Pestalozzi-Grundschule kann ein weiteres, ebenfalls schon lange anvisiertes Vorhaben in Angriff genommen werden. Für die teilweise Trockenlegung sowie den Bau der Treppe am Hortgebäude warten wir noch immer auf die Freigabe der Fördermittel. Wir sind jedoch optimistisch, dass diese eintrifft, rechnen mit einer Finanzspritze von rund 98.000 Euro für das 180.000 Euro teure Vorhaben. Weitere 15.000 Euro fließen in den Bau des Geländers am Schuleingang sowie 6.500 Euro für die Ausstattung der Klassenzimmer.

FP: Das Kettensägenevent hat in den vergangenen Jahren viel Publikum angezogen und vor allem stets Arbeiten hervorgebracht, die das Gelenauer Ortsbild auf Dauer prägen. Zwischendurch schienen kurzzeitig die Ideen dafür auszugehen. Nun steht am 27./28. April die fünfte Veranstaltung dieser Art an. Woran werden die Künstler arbeiten?
Ich bin sicher, dass das Wochenende wieder ein Höhepunkt im Gelenauer Veranstaltungskalender wird. In diesem Jahr sollen drei Sitzgruppen, Sitzgelegenheiten für Wanderwege und Haltestellen sowie weitere Figuren, diesmal ein Quersackindianer, Engel und Bergmann entstehen. Die Künstler aus dem In- und Ausland sind inzwischen ein eingespieltes Team. Uns liegen bereits wieder Zusagen vor, auch neue Bewerbungen. Wir gehen von 15 Teilnehmern, unter anderem aus Österreich, der Schweiz, der Ukraine und Ecuador aus. Inzwischen können wir auswählen, ob die Qualität der Arbeiten zu uns passt.

FP: Sie haben es auch im vergangenen Jahr mehrfach angesprochen: Aus den Vereinen gibt es viele Wünsche, aber nicht jede Gemeinschaft bringt sich aktiv in das Gemeindeleben ein. Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Das betrifft nicht nur die Vereine. Unzufriedenheit sowie Wünsche und Bedürfnisse müssen über das normale Meckern hinaus auch klar und deutlich artikuliert werden. Dann finden sich auch Menschen, die sich an den Wochenenden für die Belange der Gemeinde engagieren, beispielsweise für den Betrieb der Alpine-Coaster-Bahn inklusive gastronomischer Versorgung ist uns das gelungen. Speziell an Tagen mit großer Frequentierung kann die Anlage dort wirtschaftlicher betrieben werden. Zudem: Wenn wir unserem Anspruch, eine Freizeit- und vor allem lebenswerte Region zu sein – die steigende Auslastung der Ferienwohnungen und der Räume im Gasthof „Zur Katze“ belegen das –, gerecht werden wollen, braucht es auch Menschen, die im Gastronomiebereich Mut beweisen. Die Gemeinde kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, das unternehmerische Engagement muss jedoch von privaten Investoren kommen. Das neu entstandene Mehrgenerationenhaus, das uns 25 neue Einwohner gebracht hat, war eine öffentliche Investition, die private Unternehmer zu ähnlichen Projekten inspirieren sollte.

FP: In den vergangenen drei Jahren hat die Gemeinde dem Amtsblatt eine Tüte Sonnenblumen-, Kürbis- sowie Wildblumensamen beigelegt und danach auch das Thema des Herbstfestes gestaltet. Worauf dürfen sich die Gelenauer diesmal freuen?
Wir haben uns für eine Sommerblumenmischung entschieden, die dem Amtsblatt im März beiliegen wird. Danach richten wir dann auch das dreitägige Herbstfest thematisch aus.

FP: Neben Basecaps, Stofftaschen und Kalender gibt es mittlerweile auch die Gälner Leckerbissenbox mit Spezialitäten des Ortes und sogar Gelenauer Bier. Mögen das die Besucher?
Das Angebot, das im Rathaus sowie bei den Herstellern selbst erworben werden kann, ist noch übersichtlich und wird wohl in erster Linie von den Gelenauern selbst angenommen. Aber es ist doch eine schöne Sache, wenn sich die Bürger mit ihrer Heimatgemeinde so positiv identifizieren.

In Gelenau gibt es jetzt auch Souvenirs von der Gemeinde: Bürgermeister Knut Schreiter im Rathausgelände mit Basecap, Stofftasche, Gälner Leckerbissenbox und Craftbeer.

Foto: Dirk Trautmann

bm

 
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